Riace (RC)

Die legendäre Schönheit der Bronzestatuen von Riace

Es war der 16. August 1972, als ein römischer Taucher, der an den Stränden von Riace Urlaub machte, rein zufällig zwei große Kriegerfiguren entdeckte, die nur wenige Meter tief auf dem Meeresgrund vor der Küste lagen. Nur wenige Tage später entpuppte sich die Entdeckung als einer der wichtigsten archäologischen Funde der letzten Jahrzehnte.
Es handelt sich um zwei imposante und intakte Bronzestatuen aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr., die 1981 erstmals im Archäologischen Nationalmuseum von Reggio Calabria zu sehen waren und ein wichtiges Element für die Wiederbelebung des Fremdenverkehrs der gesamten Region darstellten.
Riace selbst liegt in einem touristisch interessanten Gebiet und besteht aus zwei Ortsteilen: Riace Marina direkt am Meer und Riace Borgo auf dem Hügel darüber.
 
Der sehr breite Hauptzugang zu Riace Marina zeichnet sich durch eine große Piazza mit zahlreichen Bäumen und das Rathaus aus. Von hier aus geht es zur Piazza Vittorio Emanuele und ihrer Mutterkirche.
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Die beiden Statuen wurden wahrscheinlich von den Römern nach der Eroberung Griechenlands auf ein Schiff geladen, um nach Rom gebracht zu werden. Das Schiff versank jedoch im Ionischen Meer, an der Küste Kalabriens.
 

An den aristokratischen Gebäuden im Stadtzentrum sind noch immer imposante, steinverzierte Portale zu sehen, in einer Wechselfolge von engen Gassen und bepflasterten kleinen Plätzen, die zum Strand hinunterführen, der sich im Sommer mit Touristen und Besuchern füllt.
Ein Weg führt inmitten einer wunderschönen Natur durch das antike Tor aus Kieselstein, das einst den Hauptzugang darstellte, bis zur kleinen Ortschaft.
Die Wallfahrtskirche SS. Cosma e Damiano basilianischen Ursprungs und Ziel zahlreicher Pilger birgt die aus dem 19. Jh. stammende vollplastische Ganzkörper-Heiligengruppe.

 
Riace
 

Vor der Fassade der Kirche San Nicola befindet sich eine kurze, doppelte Seitentreppe aus Stein mit halbkreisförmiger Veranda. Der Innenraum, ein rechteckiges Schiff mit Holzdecke, endet mit einer kleinen Apsis, zu der drei Stufen aus Tuffstein hinaufführen. Das Licht strömt in das kleine Gotteshaus durch die ovale Fensterluke über dem Portal und durch vier kleine mittelalterliche Fenster, zwei auf jeder Seite, hinein. 
An der Rückwand der Apsis befindet sich der gemauerte Altar, der ein Basrelief mit dem bischöflichen Emblem des heiligen Nikolaus aufweist: Mitra, Buch und Hirtenstab.
Neben der Kirche Santa Maria Assunta erblickt man einen trapezförmigen Glockenturm, die Hauptfassade ist durch zwei rechteckige Steinportale gekennzeichnet. Der einschiffige Innenraum ist mit polychromem Stuck verziert und birgt die Statue der Santa Maria Assunta.
Villa Salerno liegt inmitten grüner Palmen und tropischer Pflanzen. Eine Steintreppe führt durch das Hauptportal direkt zu den Räumen des Hauptgeschosses.
In der Contrada Jiritano und Porto Fraticchio befinden sich die archäologischen Stätten und die Küstentürme San Fili und Riace.

 
Wallfahrtskirche SS. Cosma e Damiano

In Riace befindet sich die Wallfahrtskirche SS. Cosma e Damiano mit den Reliquien der Heiligen.
Als Pilgerort für Gläubige aus ganz Kalabrien bietet es den Besuchern alljährlich Ende September eine wunderbare Darbietung des Glaubens und der lokalen Folklore, mit Tänzen, Gesang und typischen Gerichten im Freien.
Die Wallfahrtskirche ist ein imposanter Sakralbau, an dessen Hauptfassade drei verschieden große rechteckige Portale zu sehen sind. Das Hauptportal ist aus Stein und dient dem Zugang zur dreischiffigen Kirche. Auf dem Hauptaltar befindet sich die Statue der Heiligen.
Nicht weit davon entfernt befindet sich das Pilgerhaus, das bei Hochfesten der Heiligen Platz für etwa zweihundert Personen bietet.

 
Riace
 
Der Ort der Gastfreundschaft

Von 2004 bis 2018 hat Riace dank der Aufnahmepolitik des Bürgermeisters Domenico Lucano über 6000 Asylbewerber aus zwanzig verschiedenen Ländern aufgenommen, sie in das kulturelle Stadtgefüge integriert und in die Arbeitswelt der Ortschaft eingegliedert, wodurch für die Stadt ein neues Leben begann.
Dank der Eingliederungspolitik ist es Riace gelungen, nicht nur Flüchtlinge, sondern auch alle asylberechtigten illegalen Einwanderer aufzunehmen und sie in alten Häusern einzuquartieren, die von ihren einstigen Bewohnern verlassen worden waren, um in die Ferne zu ziehen. Dadurch konnten wichtige Dienstleistungen wie Schulen am Leben gehalten und die Kleinstadt mit handwerklichen Kleinstunternehmen finanziert werden.
In der Tat wurden Textil- und Keramikwerkstätten eingerichtet, aber auch Cafés und Bäckereien bis hin zur getrennten Müllsammlung von Haus zu Haus, die von Nicht-EU-Jugendlichen unter Einsatz von Lasteseln angeboten wird.
Die Integration der Einwanderer wurde durch etwa siebzig Kulturmittler gewährleistet, die von der Stadtverwaltung eingestellt wurden und Teil des Sprar-Systems (Schutzsystem für Asylsuchende und Flüchtlinge) waren, das genau zu dem Zweck geschaffen wurde, neben den Hilfs- und Schutzmaßnahmen auch den Prozess der sozialen und wirtschaftlichen Integration einzuleiten, dessen Förderer Riace ist.

 
Riace
 
Die Bronzestatuen von Riace

Riace ist weltweit für ihre Bronzestatuen berühmt, zwei Kunstwerke von unschätzbarem Wert, die heute im Nationalmuseum von Reggio Calabria zu sehen sind.
Die Bronzefiguren von Riace sind Meisterwerke der hellenistischen Bildhauerei und wurden 1972 in Agranci, 8 Meter tief und etwa 200 Meter von der Küste entfernt aus dem Meer gefischt.
Die beiden Statuen wurden wahrscheinlich von den Römern nach der Eroberung Griechenlands auf ein Schiff geladen, um nach Rom gebracht zu werden. Das Schiff versank jedoch im Ionischen Meer, an der Küste Kalabriens.
Statue A, auch bekannt als Der Junge oder Der Held, wird dem athenischen Bildhauer Myron zugeschrieben und auf 460-450 v. Chr. datiert, eine Übergangszeit zwischen dem strengen und dem klassischen Stil, wie an der klaren starren Schulter- und Bruststellung zu sehen ist.
Die Figur war mit einer Lanze bewaffnet, die sie zwischen Zeige- und Mittelfinger hielt und sicherlich den Boden berührte, um einen Teil des Gewichts abzuladen, und sie trug keinen Helm, wie man am fein bearbeiteten Haar auch im oberen Kopfbereich erkennen kann. Die Statue ist 198 Zentimeter groß.
Statue B, auch Der Alte oder Der Stratege genannt, ist jüngeren Datums und somit sowohl in der Bearbeitung als auch im Stil dank einer harmonischeren Körperhaltung, der gewundenen Kongruenz zwischen der Neigung des Beckens, des leicht geneigten Brustkorbs und der niedrigeren rechten Schulter moderner.
Sie ist 197 cm groß und man vermutet, dass sie mit Lanze, Schild und korinthischem Helm bewaffnet war.
Die beiden Bronzefiguren befinden sich im Archäologischen Nationalmuseum von Reggio Calabria, in einem klimatisierten Raum, der neue Korrosionsphänomene vermeiden hilft. Jede Statue ist auf einer erdbebensicheren Struktur mit einer vertikalen Stahlstange befestigt, die vom rechten Bein bis zu den Schultern reicht, an denen ein Gelenk sie mit einer horizontalen Stange verbindet. Stahlseile verbinden sie anschließend mit der erdbebensicheren Struktur, so dass jede Statue fest mit ihrem Postament verankert ist.

 
Riace
 


 


Adresse Piazza Municipio
  89040 Riace (RC)
Telefonnummer 0964 733002
Fax 0964 778016
Webseite http://www.comune.riace.rc.it/
 

 

Riace Marina ist ein sehr beliebtes Touristenziel, für das klare Meer und den goldenen Sandstrand von einer unvergleichlichen Schönheit, wo man wegen den hohen Temperaturen des Wassers bis in den Oktober schwimmen kann.

Obwohl stark durch das Erdbeben von 1783 beschädigt, behält der Ort eine mittelalterliche Struktur und Merkmale der Verteidigungsmauern. Das alte Dorf behält Teile der Wände und Eingangstüren, sowie religiöse Gebäude aus dem Mittelalter überarbeitet im Laufe der Jahrhunderte, welche die Kirche von S. Nicola di Bari, von Santa Caterina und von den Heiligen Cosma und Damiano. Es war der Hegumenos Bartolomeo, Sohn des Norman Ruggero, der den Bau des Heiligtums von SS. Cosma und Damiano wollte, Heilige medici aus der byzantinischen und später Norman Kultur. Während der barbarischen Invasionen wurden die schützenden Mauern des Dorfes gebaut, mit Kontrolltürmen und Toren. Stark durch das Erdbeben von 1783 beschädigt, wurde das Dorf nach der mittelalterlichen architektonischen Logik wieder aufgebaut. Das Gebäude Alvaro ist von einem Garten mit Palmen und alten Bäumen umgeben. Das Gebäude Campoliti präsentiert ein zweistöckiges Bauwerk, dessen steinerne Bogenportal rechteckige und diamantspitzige Vertiefungen hat. Das Gebäude Pinnarò ist heute ein ethnographisches Museum, gebaut auf zwei Ebenen, mit schmiedeeisernen Balkonen. Riace kann den Titel von Borgo Autentico 2011 (Athentische Ortschaft 2011) vorweisen.



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