CASTROVILLARI

Castrovillari befindet sich auf einer natürlichen Vertiefung, Conca del Re genannt, rund 360 Meter über dem Meeresspiegel. Die Stadt ist vom kalabrischen Apennin umgeben und ist die größte Ortschaft im Nationalpark des Pollino. Die Stadt ist deutlich in zwei Gebiete geteilt: der modernere, auf einer Ebene liegende Stadtteil und der antike Bereich, der in seiner Altstadt die wichtigsten kunsthistorischen Schätze beherbergt. Die ältesten Zeugnisse Castrovillaris gehen auf die Altsteinzeit oder das Alt- und Mittelpaläolithikum zurück. Zahlreiche Manufakturen aus dieser Epoche der Vorgeschichte wurden im Stadtviertel Celimarro gefunden. Vereinzelte Spuren der letzten Phase der Altsteinzeit wurden im Gebiet des Pollinos entdeckt: diese bezeugen die Anwesenheit des Menschen und erläutern überwiegend die Jagd. Auf dem Land wurden beachtliche, archäologische Fundstücke aus dem hellenistisch-römischen Zeitalter ausgehoben, so zum Beispiel die Nekropole auf dem kleinen Hügel von Celimarro (sechstes bis siebtes Jahrhundert nach Christus) oder die verschiedenen Elemente der Ausstattung aus Bronze und Geschirr.




 


Adresse Piazza Municipio, 1
  87012 Castrovillari (CS) Italia
Telefonnummer 0981/2511 (10 linee)
Fax 0981/21007
Webseite www.comune.castrovillari.cs.gov.it/


 

 

Nachdem man entlang dem weiten Corso Garibaldi spaziert ist und man die antiken Adelsbauten dieser Straße bewundert hat, kann der Besuch Castrovillaris bei den zwei Palazzi Gallo beginnen, die auf dem Platz Vittorio Emanuele situiert sind. Es handelt sich um ein antikes Benediktinerkloster und ein massiver Bau rund um einen Hof, der nach den Regeln der neapolitanischen Architektur des 17. Jahrhunderts gebaut wurde und nun die Stadtbibliothek U. Caldora und das städtische Museum beherbergt. Das Museum bewahrt eine reiche Sammlung archäologischer Funde, die in den letzten 50 Jahren auf dem Territorium entdeckt wurden: Bruchstücke von handgefertigter Keramik, Bronzestatuen, Waffen und Schmuck von der Bronzezeit bis hin zur Zeit der Normannen. Nicht geringeren Interessens ist das nahe Schloss, das durch Ferrante d'Aragona im 1490 vervollständigt wurde. Auf dem kleinen Platz gegenüber dem Schloss, befinden sich einige Bauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert, so beispielsweise das Palazzo Gesualdi aus dem 18. Jahrhundert, das einen wunderbaren Balkon mit einem spanischen Touch aus Schmiedeeisen besitzt oder die Kirche der SS. Trinità, die eine unvollständige, rötliche Fassade aufweist und auf das Jahr 1704 zurückgeht. Das Innere, dem Anschein nach, kahl und schlicht, bewahrt zahlreiche Werke, die aus Gebäuden stammen, die bereits verschwunden sind, wie zum Beispiel das hölzerne Kruzifix aus Ende 16. Jahrhundert und das wunderschöne Ziborium des Hochaltars, das mit Einsätzen aus Perlmutt bereichert wurde. Die Führung geht mit dem nahegelegenen Franziskanerkloster weiter, das im 1220 durch Pietro Catin, Anhänger des "poverello d'Assisi" (dem Armen von Assisi), gegründet wurde. Der imposante Gebäudekomplex wurde neulich restauriert und fällt aufgrund seiner zwei Kreuzgänge auf: hier befindet sich die nach Andrea Alfano benannte kommunale Pinakothek, wo man die der Stadt geschenkten Werke des berühmten Malers (1879-1967) aus Castrovillari bewundern kann. Der Künstler gehört zu den einflussreichsten Vertretern der kalabrischen Kultur des 20. Jahrhunderts. Wenn man die Gassen und Unterführungen durchquert, die vom Kloster wegführen und durch eine mittelalterliche Architektur charakterisiert sind, kann man beachtenswerte Bauten mit Steintoren und Innenhöfen bewundern und schließlich in das Herz der „Giudecca“ gelangen, ein Quartier, das von den Juden bis zur Mitte des 16. Jahrhundert, Zeitpunkt der Ausweisung aus dem Reich, bewohnt war. Wenn man den Platz von San Giuliano, auf welchem sich die Ruinen des antiken Rathauses aus dem 16. Jahrhundert befinden, hinter sich lässt, zieht sich die Straße zum Symbol der Stadt empor: das Monument der Santa Maria del Castello. In der Hälfte des Aufstiegs findet sich das Konservatorium der Schuldbewussten (Conservatorio delle Pentite), das im 1635 gegründet wurde, um die „verdorbenen Frauen“, die „Trost in der Religion suchten“ aufzunehmen. Von diesem Konservatorium bleibt wenig über, doch in der Nebenkapelle, die der Santa Maria Egiziaca gewidmet ist, werden wichtige Werke aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufbewahrt. Darunter fällt die Madonna mit dem Kind von Giuseppe Marulli und eine Pietà (Erbarmen) von Antonio Sarnelli. Genauso interessant sind die Kirche der Trinità und diejenige von Santa Maria von Konstantinopel – beide ursprünglich aus dem Mittelalter und schließlich die Kirche von Sankt Franziskus aus Paola, ein weiteres Zeugnis eines Glaubenswegs zwischen Kunst und Geschichte.

Die Kirche der S. Maria des Schlosses ragt auf dem gleichbenannten Hügel empor und ist absolut einen Besuch wert. Am Hang des Hügels von S. Maria befinden sich neben den antiken Bauten, einige Einsiedlergrotten (siebtes bis achtes Jahrhundert nach Christus). Der imposante Gebäudekomplex des Klosters von Sankt Franziskus von Assisi und die Kirche der SS. Trinità (Dreieinigkeit) sind auf dem Hügel Lauro situiert und wurden im 1220 durch Pietro Cathin, Jünger von Sankt Franziskus von Assisi, gegründet. Die Kirche wurde im 1363 wieder aufgebaut und im 16. und 18. Jahrhundert stark umgestaltet. Diese Veränderungen haben die Struktur des Gebäudes zutiefst verwandelt: heute zeigt sich der Bau imposant und mit einer Fassade, dessen Arkade verschiedene bogenförmige Fenster aufweist und Spuren von Fresken bewahrt. Die Kirche von S. Maria von Konstantinopel (S. Giuseppe) war ursprünglich der S. Maria von Konstantinopel, nun aber dem S. Giuseppe geweiht und geht auf die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Im Herzen der Giudecca ragt die Kirche von San Giuliano, Schutzheiliger von Castrovillari, empor. Die Kirche stammt aus dem zwölften Jahrhundert und wurde im 13. Jahrhundert erweitert. In der Vorhalle findet man noch heute Spuren dieses Ausbaus: gotische Strukturen aus Tuffstein und Bruchstücke von Steindekorationen, die im Putz erblickt werden können. Im 16. Jahrhundert erlitt das Gebäude einen radikalen Umbau, der im 1647 mit der Realisierung der wunderschönen Holzdecke und des neuen Altars vollendet wurde. Die Fassade weist ein schönes Tor aus der Renaissance auf, das aus hellem Stein gebaut wurde und zwei durch Blumendekorationen verschönerte Säulen besitzt. Vor dem Eingangstor befindet sich eine Treppe mit zwei Rampen.

Das nahegelegene Schloss, das von Ferrante d’Aragona im 1490 vervollständigt wurde, ist besonders interessant, da es auf einer älteren Konstruktion nach der Zeichnung des aus Siena stammenden Francesco di Giorgio Martini, der im Hof der Aragonier Neapels aktiv war, gebaut wurde. Das Gebäude weist eine viereckige Basis auf und hat an den Ecken zylinderförmige Türme. Bis vor wenigen Jahren wurde das Bauwerk als Gefängnis gebraucht. Zu den interessantesten Elementen zählen die kleine Kapelle aus dem 19. Jahrhundert und einige Zellen des Bergfriedes, die ihre Originalstruktur bewahrt haben. Eine kleine Steinspiraltreppe führt zur Terrasse, auf welcher man ein wunderbares Panorama über den Pollino und den antiken Teil der Stadt genießen kann. Wenn man die Gassen und Unterführungen durchquert, die vom Kloster wegführen und durch eine mittelalterliche Architektur charakterisiert sind, kann man beachtenswerte Bauten mit Steintoren und Innenhöfen bewundern und schließlich in das Herz der Giudecca gelangen, ein Quartier, das von den Juden bis zur Mitte des 16. Jahrhundert, Zeitpunkt der Ausweisung aus dem Reich, bewohnt war.

Das archäologische Museum von Castrovillari wurde durch den Forscher Agostino Miglio realisiert und von der Gemeinde im 1958 gegründet. Im 2002 wurde das Museum durch die archäologische Gruppe des Pollinos, anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums ins Franziskanerkloster versetzt und am 21. Dezember 2002 wiedereröffnet. Im 2007 wurde das Museum anlässlich seiner 25-jährigen Tätigkeit mit einer neuen Ausstattung versehen. Das Museum wurde durch modernere und funktionale Ausstellungsregale, Anschauungstafeln und einem multimedialen Klassenzimmer bereichert. Das Museum dokumentiert die archäologischen Schätze des Territoriums rund um Castrovillari von der Vorgeschichte bis hin zum Hochmittelalter. Hier werden Stein- und Knochenfunde aus dem Stadtviertel Celimarro bewahrt, wo eine Grabungsstätte der Altsteinzeit gefunden wurde. Die Epoche der Vorgeschichte wird außerdem durch Fundstücke aus den Grotten von Sant'Angelo von Cassano Jonio, die auch Zeugnisse aus der Bronzezeit erbracht haben, dokumentiert. Besonders interessant ist auch die Reihe von frühgeschichtlichen Funden, die aus der Nekropole von Bellu Luco, eine Ortschaft, die sich entlang des Flusses Coscile, im Territorium Castrovillaris erstreckt, stammen. Einen besonderen Wert hat auch die chronologisch geordnete Sequenz der Funde aus dem Hügel der Madonna des Castello. Der Ursprung Castrovillaris befindet sich in dieser Ortschaft, die von der Vorgeschichte bis zur heutigen Zeit stets bewohnt war. In den Vitrinen, die dem Hügel gewidmet sind, kann man Steinwerkzeuge aus der Vorgeschichte, Bruchstücke aus der Bronze- und Eisenzeit, Funde aus der griechischen Epoche, die auf eine Kultstätte zurückzuführen sind, Fragmente aus der römischen Zeit und erlesene Zeugnisse aus Keramik aus dem Hochmittelalter, beobachten. Das Museum sammelt auch Spuren des Aufenthalts der Griechen aus dem Quartier Vescovado und aus dem Kloster, in welchem während der Restaurierungsarbeiten Keramikbruchstücke mit Erhebungen und roten Figuren grossgriechischer Anfertigung gefunden wurden. Ebenso aus dieser Kultur stammen die Grabbeigaben der Nekropole des Stadtviertels Ferrocinto, wo auch ein guterhaltenes Skelett, kleine Vasen und eine Speerspitze gefunden wurden, die darauf hinweisen, dass es sich um einen antiken Krieger aus dem dritten Jahrhundert vor Christus handelt. Das Museum dokumentiert auch die Anwesenheit der Römer im Gebiet rund um Castrovillari, wo verschiedene, rustikale Landhäuser entdeckt wurden, aus welchen Überreste der raffinierten römischen Keramik, auch Terra sigillata genannt, feine Glasbehälter, eine Reihe landwirtschaftlicher Werkzeuge aus Eisen und Überreste grosser Vasen, in welchen Lebensmittel aufbewahrt wurden, entdeckt wurden. Diese Funde beweisen, dass bereits zur Zeit der Römer, das Gebiet intensiv landwirtschaftlich genutzt wurde. Zwischen den Funden aus dem Hochmittelalter stechen diejenigen aus der Nekropole von Celimarro, aufgrund ihres Wertes und ihrer Anfertigung, hervor. Die Entdeckung verschiedener Felsgräber haben unter anderem eine Bronzefibel, die ein Pferd, das mit kleinen Kreisen dekoriert wurde, darstellt und ein kleines, mit Kügelchen versehenes Bleikreuz, zum Vorschein gebracht. Im Museum sind außerdem reiche Sammlungen von Fundstücken aus Francavilla Marittima und des Turmes des Mordillo in Spezzano Albanese, welche sowohl Zeugnisse aus der Zeit des Urvolks und der Griechen erbracht haben, vorhanden.



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