Locri (RC)

LOCRI

Die Kleinstadt Locri liegt an den Hängen des Aspromonte, in einem dicht besiedelten Gebiet der Provinz Reggio Calabria. Das Gebiet erstreckt sich bis zur Jasmin-Riviera, dem ionischen Küstenabschnitt, der seinen Namen dem Anbau von Jasmin verdankt, der seit den 1920er-Jahren hier blüht.
 
Locri ist für das bedeutende archäologische Gebiet Locri Epizephyrii be-kannt, das sich unweit des neuen Stadtzentrums befindet und als die Säule der kalabrischen Archäologie bezeichnet wird.
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Die prächtige Kolonie Locri Epizephyrii war der Protagonist des unruhigen politischen und künstlerischen Lebens der Magna Grecia und überlebte während der gesamten römischen Zeit.
 

Es ist die Heimat von Zàleukos, dem ersten Gesetzgeber der abendländischen Welt, und von Nosside, einer liebevollen Dichterin. Lokroi, eine griechische Kolonie, die gegen Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. von einigen griechischen Flüchtlingen gegründet wurde, die sich entlang der Küste niederließen, war eine der wichtigsten Städte der Magna Grecia Kalabriens.
Die prächtige Kolonie Locri Epizephyrii war der Protagonist des unruhigen politischen und künstlerischen Lebens der Magna Grecia und überlebte während der gesamten römischen Zeit, bis die Araber einfielen und die Malaria die Einwohner zwang, den Ort zu verlassen.

 
Locri
 

Locri Epizephyrii ist eine der berühmtesten archäologischen Ausgrabungsstätten Kalabriens. Hier wurden zahlreiche archäologische Forschungen durchgeführt, die in den ausgedehnten Stadtgebieten, welche von aus griechischer Epoche stammenden Mauern umschlossen sind, wichtige monumentale Überreste aus griechisch-römischer und spätantiker Epoche ans Licht gebracht haben.
Da die moderne Siedlung nicht auf der antiken Stadt entstand, fielen die archäologischen Erkundungen leichter aus, die sich ab Ende des 19. Jahrhunderts auf die Hauptaspekte von Locri Epizephyrii konzentrierten und heute dem Besucher die Möglichkeit bieten, die archäologischen Grabungen in einer typisch mediterranen Umgebung zu genießen, der von hoher landschaftlicher und naturwissenschaftlicher Bedeutung, vor allem auf den Hügeln, ist.

 
Kirchen und historischer Ortskern

Die Kirche S. Caterina geht auf das Jahr 1843 zurück, als die Fischer der Küste von Gerace das erste Gotteshaus in dem am Meer liegenden Dorf errichteten, in einem Raum gleich neben einem Gebäude, das dem Salzhandel diente.
Die heutige Kirche stammt mit ihrem romanisch-lombardischen Stil aus dem Jahr 1923 und verwahrt einige wertvolle Prozessionsskulpturen aus Holz, die von Handwerkern aus Serre angefertigt wurden und aus dem Jahr 1850 stammen.

Der Ursprung der Kirche Santa Maria del Mastro ist eng verbunden mit S. Maria de Jeragio in Gerace, deren Pfarrei 1908 nach Marina di Gerace verlegt wurde.
Der Innenraum ist in Form eines lateinischen Kreuzes und weist drei Schiffe auf, die mit zwei kleinen Kapellen enden, die rechte listet die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten von Gerace auf, die linke zeichnet sich durch einen Marmoraltar aus.

Die Kirche San Biagio erhebt sich im Ortsteil Sbarre und wurde 1908 von Gerace, wo sie im 15. Jh. gegründet worden war, hierher verlegt. Ihr Baustil ist sehr schlicht, mit an der Fassade, auf der Höhe des Tympanons, den Statuen von S. Biagio, S. Antonio und S. Teresa. 
Im Kirchenschiff ist ein Gemälde von 1842 mit der Darstellung der Verkündigung und im Apsisbecken ein Freskenbild mit der Darstellung der „Hochzeit zu Kana“ zu sehen. 
Das Rathaus ist im Renaissancestil und stellt das größte öffentliche Gebäude von Locride dar.
Die Vorderseite des dreistöckigen Gebäudes mit Innenhof ist recht harmonisch und wird durch bossierte Lisenen unterbrochen. Darüber thront ein großer Giebel mit der Stadtuhr mit römischen Ziffern.

Von den vier ursprünglich vorgesehenen Flügeln wurden nur die nach Norden, Osten und Süden hin gebaut. Der Westflügel, architektonisch vielleicht am interessantesten, sah den Bau des Stadttheaters vor, wurde aber nie gebaut und durch die neue Architektur des „Kulturgebäudes“ ersetzt.
 
Locri
 
Archäologische Stätte Locri Epizephyrii

Die archäologische Stätte der antiken Locri Epizephyrii liegt nur wenige Kilometer von der Ortschaft Locri entfernt.
Bemerkenswert ist die Anzahl der bis heute im Gebiet von Locri Epizephyrii entdeckten Heiligtümer. Der Großteil der heiligen Stätten ist an den Ringmauern angeordnet, so als ob es einen heiligen Schutz bilden sollte. Die Heiligtümer innerhalb der Mauern wurden mit monumentalen Tempelgebäuden ausgestattet, andere dagegen, die sich unmittelbar außerhalb befinden, haben ein weniger monumentales Aussehen, obwohl die Beliebtheit und Bedeutung solcher Kulte oft durch die Fülle der Votivgaben belegt wird.

Das Heiligtum der Contrada Marasà ist das größte der im archäologischen Bereich erforschten heiligen Stätten und bietet bisher, nach dem derzeitigen Stand der Ausgrabungen, das traditionellste Bild eines griechischen Heiligtums, mit einem architektonisch sehr komplexen Tempel, einem Altar und einer Vorhalle für die Pilger.
Diese Stätte von Marasà war seit dem 7. Jh. v. Chr. sehr beliebt. Der erste Tempel wurde gegen Ende desselben Jahrhunderts erbaut und ist einer der ältesten der Magna Grecia, die wir bisher kennen. Neben den Resten des Fundaments und dem unteren Teil einer einzigen Säule, die derzeit in der archäologischen Stätte zu sehen sind, gibt es zahlreiche Fragmente des oberen Gebäudeteils, so dass es möglich war zu verstehen, wie der Tempel einst ausgesehen haben muss.
Eine große Anzahl dieser Fragmente ist im Museum von Reggio Calabria ausgestellt, wo man auch die architektonischen Elemente aus gebranntem Ton bewundern kann, die zu den ältesten Phasen des Tempels gehören.
Von besonderem Interesse ist die Skulpturenverzierung an der Westseite des Tempels, eine der bemerkenswertesten der Magna Grecia, die im Wesentlichen aus zwei symmetrischen und spiegelbildlich angeordneten Gruppen besteht, die zwei nackte junge Männer darstellen, die von ihren Pferden herabsteigen, welche von Tritonen gehalten werden. Diese Skulpturen befinden sich im dreieckigen Giebelabschnitt und wurden aus Marmor der Insel Paros in der Ägäis von einem Künstler der Magna Grecia erschaffen, der unter dem Einfluss des großen Athener Bildhauers Phidias, Autor des Skulpturenverzierung des Parthenons, stand.

Am Theater, in der Nähe des Marafioti-Hauses, stand ein dorischer Tempel, von dem nur noch wenige Fragmente der Kapitelle und des Frieses erhalten geblieben sind.
Der Tempel war Zeus geweiht, wie aus dem sehr kostbaren Archiv von Bronzetafeln hervorgeht, der in einem nahe gelegenen steinernen Schrein gefunden wurde, in dem man die Buchführung des Heiligtums aufbewahrte.

Außerhalb des parallel zur Küste verlaufenden Mauerabschnittes, in der Nähe der Ortschaft Centocamere, befand sich eine Kultstätte, in der die Göttin Aphrodite verehrt wurde. Angesichts der Lage am Meer und der Nähe zu wahrscheinlichen einem Anlegeplatz der beiden Gebäude könnte es sich um den Kult der Göttin als Beschützerin der Seeleute und des Meeres gehandelt haben.
Es besteht aus einer Reihe von angrenzenden und U-förmig angeordneten Räumen, mit einem Vorbau, der direkt auf einen großen zentralen Hof blickt. 
Das Gebäude bot nicht nur den Pilgern Schutz, sondern wurde auch für heilige Zeremonien mit Banketten genutzt, wie Essensreste und Fragmente von Votivgaben belegen, die in den unzähligen kleinen Gruben im zentralen Hofbereich gefunden wurden. 

Außerhalb der Mauern befindet sich zwischen den Hügeln Mannella und Abbadessa das berühmte Persephoneion, das für Diodorus Siculus als „das berühmteste Heiligtum Italiens“ galt. Zwischen 1910 und 1912 wurden die Reste eines kleinen Gebäudes ans Licht gebracht, das auf einer älteren trapezförmigen Terrasse stand. In unmittelbarer Nähe fand man eine der reichsten Votivstätten der Magna Grecia, aus der neben verschiedenen Keramik- und Tongegenständen die berühmten Pinakes stammen: Tafelbilder aus gebranntem Ton, mit Reliefs verziert, mit Szenen aus dem Mythos des Hades und der Persephone. Ein Großteil davon ist im Museum von Reggio Calabria zu sehen.

Das Theater von Locri Epizephyrii geht auf das 4. Jh. v. Chr. zurück und wurde zu Zeiten der Römer stark verändert. Während der griechischen Periode wurde es sowohl für Theateraufführungen als auch für Versammlungen genutzt.
Wie in der griechischen Welt üblich, entstand auch das Theater von Locri am natürlichen Hang eines Hügels, in einem Gebiet, das sich durch eine außergewöhnliche Akustik auszeichnet, wobei der Zuschauerbereich zum Meer hin gerichtet war.
Seine Überreste, die im heutigen Ortsteil Pirettina besichtigt werden können, wurden 1940 ans Licht gebracht, die Ausgrabung dagegen wurde erst 1957 abgeschlossen.
Die drei Hauptbereiche des Gebäudes sind auch heute noch klar erkennbar: das Orchester, die Bühnenanlage und der Zuschauerbereich; letzterer ist in fünf Sektoren unterteilt, die durch vier Treppen voneinander getrennt sind.

Die Pinakes stellen eines der höchsten und edelsten künstlerischen Beispiele dar, die uns das große Griechenland hinterlassen hat.
Gefunden wurden Bruchstücke, ganz nach dem damaligen rituellen Brauch, und sie lassen ganz klar erkennen, dass es sich um dünne rechteckige Tontafeln handelte, die mit Basreliefs verziert waren und aus der Zeit zwischen 490 und 450 v. Chr. stammten.
Sie waren mit den Kultritualen im Heiligtum Persephoneion eng verbunden und stellen größtenteils Szenen aus dem Mythos der Persephone dar, aber es kommen auch andere Götter als Protagonisten vor, z.B. Aphrodite.

Die meisten aufgefundenen Pinakes können im Nationalmuseum von Reggio Calabria bewundert werden, andere Exponate gibt es im Archäologischen Nationalmuseum Locri Epizephyrii.
 
Locri
 
Archäologisches Nationalmuseum Locri Epizephyrii

Das Museum befindet sich an der heiligen Stätte von Marasà, in unmittelbarer Nähe des Eckabschnitts, in dem die Mauern nach ihrem parallel zur Küste verlaufenden Abschnitt hügelaufwärts steigen.
Es ist ein kleines, zweistöckiges Gebäude. Das erhöhte Geschoss setzt sich aus einem klassischen Ausstellungsbereich zusammen, in dem die Funde je nach Fundort in verschiedenen Vitrinen angeordnet sind; das obere Geschoss ist ein offener Raum, der sich unterhalb des erhöhten Stockes entwickelt und fast eine Vorhalle bildet, in der sich größere Exponate wie Sarkophage, Grabsteine und allerlei architektonische Elemente befinden; dieser Raum wurde auch für Konferenzen und Präsentationen im Zusammenhang mit der im Laufe der Jahre entwickelten archäologischen Tätigkeit genutzt.
Im Jahr 1998 wurde das Antiquarium in den Rang eines Nationalmuseums erhoben, in Anerkennung der grundlegenden Bedeutung, die die archäologische Stätte von Locri Epizephyrii innerhalb des Kulturerbes Italiens inne hat.

 
Locri
 
Gastronomie

Die Küche von Locri ist äußerst schmackhaft und basiert auf dem nativen Olivenöl extra, das hier auf dem Land angebaut wird und oft aus jahrhundertealten Olivenhainen stammt. In Locri werden die Oliven auch ammaccate gegessen, d.h. zerdrückt, dadurch entkernt, in Wasser eingelegt, um ihren Geschmack zu versüßen, und mit Öl, Chili, Knoblauch und Fenchelsamen gewürzt.
Zu den ersten Gängen gehören zweifellos die maccarruni, handgemachte Nudeln, gewürzt mit Tomatensauce, Schweine- oder Ziegenfleisch. Äußerst beliebt sind Schaf- und Rindfleisch, mit Tomaten, Knoblauch und Oregano. Oder auch der kalabrische Salat, mit Salzkartoffeln, Zwiebel, Paprika und mit Öl, Salz und Pfeffer gewürzt.
Natürlich darf man nicht die Fischgerichte vergessen! Es gibt gegrillte Sardinen, gefüllte Sardellen, Schwertfischröllchen, die in kleinen Stücken auch für Tomatensoßen verwendet werden, und 'nduia zum Würzen der Pasta.
Eine besondere Erwähnung verdienen Bivongi und Grecanico, die DOC-Weine (g.U.) von Locride, die sich für Desserts hervorragend eignen.

 


 


Adresse Via G. Matteotti, 152
  89045 Locri (RC)
Telefonnummer 0964 391406
Fax 0964 21688
Webseite http://locri.asmenet.it/
 

 

Die archäologische Zone, die sich über 230 Hektaren erstreckt, ist in zwei Sektoren geteilt: im höher gelegenen, öffentlichen Teil befinden sich die Agora, die Tempel und die Gebäude der Gemeinschaft, während zur Küste hin sich der Wohn- und Handwerksbezirk mit den Behausungen, den Ziegeleien und den Brunnen entfaltet. In den Sälen des Antiquariums sind reiche Sammlungen von Objekten und Funden aus den ionischen und dorischen Tempeln der Altstadt ausgestellt. Außerhalb der Anlage besteht der Zugang zur archäologischen Zone des Tempels von Marasà und der Ausgrabungen von Centocamere. Im Stadtviertel Marasà kann man die Überreste des imposantesten Tempels der Stadt besuchen, der im 480 vor Christus geschaffen wurde. An den Hängen des Hügels kann man das Theater bewundern, ein typisch griechisches Modell, das in der römischen Zeit angepasst wurde. Ebenso einen Besuch wert sind das Haus der Löwen, das eine Säulenhalle und Dekorationen aufweist und während den Ausgrabungen entdeckt wurde und die Wallfahrtskirche von Afrodite, bei welcher 37 heilige Gruben mit Resten von Opfern und Weihobjekten ans Licht kamen. In der Ortschaft Mannella sind die Ruinen der Wallfahrtskirche von Persefone, aus der zweiten Hälfte des sechsten Jahrhunderts vor Christus, sichtbar.

Die Thermen von Antonimina-Locri waren bereits in der Antike bekannt und wurden sehr geschätzt. Die moderne Thermalanlage von Antonimina-Locri wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut und kürzlich erneuert und erweitert. Der Bau befindet sich in einer hügeligen Zone, wenige Kilometer vom Ionischen Meer und des Aspromontes in einem Gebiet besonderer, landschaftlicher Schönheit, das reich an archäologischen Grabungsstätten grossen Charmes und Interesses ist, entfernt. Das Thermalwasser, auch Acque sante locresi (heiliges Wasser aus Locri) genannt, werden als thermomineralisch und leicht schwefelhaltig klassifiziert und sind für Bäder, Schlammkuren, Aerosoltherapien, Zerstäubungen, sowie für Duschen, Schönheitskuren, Massagen, Unterwassermassagen und vieles mehr geeignet. Sie sprudeln in einer Temperatur von 35°C aus der Erde und werden zur Behandlung der weiblichen Unfruchtbarkeit sowie für die Krankheiten der Atemwege und des Blutkreislauft empfohlen. Die Thermalanlage stellt auch Tennis-, Fussball-, Boccia-, Basket- und Volleyballplätze zur Verfügung. Ausserdem ist es möglich den Reitsport und den Tanz zu praktizieren, um sowohl die Suche nach dem physischen und psychischen Wohlbefinden mit dem Vergnügen zu vereinen.

Locri ist eine stark frequentierte Badedestination. Die Ortschaft liegt am Meer und weist Strände, die sich über Kilometer erstrecken, ein sauberes Meer, eine Quelle, die Thermomineralbäder ermöglicht, die eine hohe Heilkraft haben und zahlreiche Empfangs- und Hotelanlagen auf.

Das Nationalmuseum von Locri Epizefiri wurde im 1971 am Rande der Altstadt gebaut und bewahrt einige archäologische Sammlungen, die bereits im städtischen Museum gelagert und im 1969 aufgehoben wurden, sowie zahlreiche, wichtige Funde aus den Ausgrabungen, die in Locri seit den 50er-Jahren, insbesondere im Stadtviertel Centocamere, in den Wallfahrtskirchen der Vororte Marasà, Parapezza, Mannella und in den Nekropolen der Vororte Lucifero und Parapezza sowie in anderen Lokalitäten des Gebiets um Locri, vollbracht werden. Das Museum bietet ein kompletter Überblick der Ausgrabungen aus der antiken Locri Epizefiri und bereitet auf den Besuch der Ausgrabungsstätte, die für Besucher zugänglich sind, vor. Das Museum ist, dank den Entdeckungen der letzten Ausgrabungen, die im Herzen der Altstadt vollbracht wurden und insbesondere einige wichtige Gebäude aus der römischen Kaiserzeit betrafen, im steten Wachstum. Ausserdem sind die Pinakothek und das Kunstmuseum, das Ölgemälde, Zeichnungen und Skulpturen von Antonio Trifoglio, Pasquale Panetta und weiteren nationalen und internationalen Künstler sammelt, unbedingt zu besuchen.



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