Dipignano (CS)

Das Dorf der alten Handwerke

Dipignano liegt auf einem Hang am rechten Ufer des Lassa-Baches im oberen Crati-Tal auf einem Hügelrücken der Paolana-Apenninkette. Das gesamte Gebiet zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche und unregelmäßige Morphologie aus, mit einem ununterbrochenen Wechsel von schroffen Klippen und Mulden, felsigen Überhängen und tiefen Schluchten, sanften Hängen und Panoramaterrassen, die die Landschaft abwechslungsreich und interessant machen.
 
Im Lauf der Jahreszeiten zeigt sich dieses Paradies in immer neuem Licht und bietet dem Besucher ein aufregendes Schauspiel von seltener Schönheit.
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Dipignano verdankt seinen Ruhm zu einem großen Teil dem handwerklichen Können und der ansässigen Meister des Kupfers, die ein äußerst hohes Niveau erreicht haben.
 
Dipignano
 

Das historische Zentrum von Dipignano ist ein Ziel von großem historischen und künstlerischen Interesse. In der Gegend von Parrera gab es die kleinen Schmieden, eine Art rudimentärer Freiluftessen, in denen die Handwerker Reinigungs- und Verzinnungsarbeiten an heimischem Geschirr durchführten, während die echten Schmiedenetwas ganz Anderes darstellten, waren einige von ihnen doch beinahe so groß wie eine Gießerei. Es gab auch die kleinen Werkstätten der Kesselschmiede und Grobschmiede, wie einige Beispiele von Gitterrosten für Balkone belegen, wertvolle Arbeit, die von ansässigen Handwerkern hergestellt wurden und auch heute noch die alten Adelspaläste schmücken.
Auf dem Gebiet von Dipignano gibt es viele Kirchen. Im Stadtteil Riforma befindet sich das Franziskanerkloster, das dem Kult der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet ist. Ecce Homo mit angrenzendem Heiligtum, auch als Chiesa della Madonna delle Grazie bekannt, ist ein bedeutendes Zeugnis der sakralen Architektur des 15. Jahrhunderts. Das Kloster wurde wahrscheinlich um 1400 von den Minori Osservanti erbaut. Vor einigen Jahrzehnten brachte eine umfangreiche Restaurierungsarbeit die ursprünglichen Linien im Stil der franziskanischen Gotik ans Licht.

 
Dipignano
 

Die Chiesa dell'Ecce Homo ist im gotisch-romanischen Stil errichtet; ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 1500 zurück. Sie hat eine prächtige Fassade mit einem Portikus samt Gewölben aus Tuff und einen imposanten Glockenturm. Im Inneren können Sie zahlreiche wertvolle Gemälde bewundern, wie z.B. ein Ölgemälde auf Holz, das die Rosenkranzmadonna mit dem heiligen Dominikus und der heiligen Katharina darstellt und Dirck Hendricksz zugeschrieben wird, sowie ein weiteres Ölgemälde auf Leinwand von 1718, das die Unbefleckte darstellt. Besonders wertvoll ist eine Statue der Madonna delle Grazie, die 1578 von einem Künstler der Gagini-Schule geschaffen wurde. Bemerkenswert ist die Holzstatue des Ecce Homo aus dem siebzehnten Jahrhundert, die dem Mönch Umile da Pietralia zugeschrieben wird, aber wahrscheinlich das Werk des Mönchs Angelo da Pietrafitta ist; neben ihrem unbestrittenen künstlerischen Wert gilt sie auch als wundertätig. Unter dem Presbyterium des Heiligtums befindet sich ein Friedhof mit in den Fels gehauenen Grabnischen, in dem nun ein bescheidenes Museum untergebracht ist, in dem Einrichtungsgegenstände und sakrale Objekte sowie eine Glocke von 1680 aufbewahrt werden.
Das Heiligtum der Madonna della Catena wurde 1966 von Paul VI. in der Basilica Minore errichtet und ist ein Wallfahrts- und Berufungsort, der seit 1906 der Obhut des Ordens der Passionisten anvertraut ist. Die üppig mit Marmorarbeiten und Fresken ausgestaltete Kirche enthält das Gemälde der Madonna della Catena, das 1921 mit vatikanischen Kapitell gekrönt wurde. Im Inneren befinden sich zahlreiche Fresken von Lucillo Grassi, der zwischen 1942 bis 1945 drei Jahre lang daran arbeitete. Dazu gehören die Allegorie des Glaubens, die Allegorie der Nächstenliebe, die Allegorie der Hoffnung, der heilige Thomas von Aquin, die heilige Gemma, der heilige Paul vom Kreuz, die heilige Familie, der heilige Erzengel Michael, der heilige Gabriel der Schmerzhaften Jungfrau, die Kreuzigung, der heilige Franziskus von Paola überquert die Straße von Messina, die großen Verehrer der Muttergottes, die Erlösung.
Es gibt zahlreiche Ölgemälde auf Leinwand und auch eine Holzstatue der Madonna della Catena, die 1954 von Perathoner entworfen wurde, ein Kruzifix aus Pappmaché aus dem Jahr 1941 des Künstlers Manso, eine Holzstatue der Unbefleckten, eine Holzstatue der Jungfrau mit Kind aus dem 15. Jahrhundert und 14 Bronzetafeln mit dem Kreuzweg von Galeotti aus dem 20. Jahrhundert. Neben der Kirche befindet sich eine weitläufige Anlage, die neben den Passionisten auch zahlreiche Gruppen aufnimmt, die sich hier zur Einkehr und für Exerzitien aufhalten. Die grünen Gärten, die Bibliothek mit über 36.000 Bänden, der Kreuzweg und das angrenzende Pflegekrankenhaus sind Teil eines Ortes voll der Heiligkeit.

 
Der Kult der Gottesmutter della Catena

Dem Gelehrten Rocco Liberti zufolge hat der Kult der Madonna della Catena sehr weit zurückliegende Ursprünge in Laurignano di Dipignano, und zwar in der Zeit zwischen 896 und 1014, in einer Epoche als die Stadt Cosenza und Nachbarstädte durch Angriffe der Sarazenen verwüstet wurden. Der Kult drückte sich in der Darstellung eines Sklaven aus, der zu Füßen der Jungfrau angekettet war und die Befreiung der Ketten beschwor, ein Symbol der Plage der Sklaverei, die Christen ebenso wie Muslime heimsuchte. Der Marienkult nahm in Zeiten ausländischer Einfälle zu und klang in Zeiten relativen Friedens wieder ab; insbesondere in Gemeinden an der Küste, die den Gefahren durch Invasionen am stärksten ausgesetzt waren.
Demgegenüber wurde in Laurignano, wo Wunder und Visionen dokumentiert sind, die Verehrung der Jungfrau Maria stets lebendig gehalten. Es sei darauf hingewiesen, dass in Laurignano die Verbindung zu den Einfällen der Sarazenen verblasst ist, zeigt das aktuelle Bild doch eine Kette in den Händen der Madonna selbst statt einen zu ihren Füßen kauernden Sklaven, wie die Darstellung üblicherweise erfolgt.
Das Symbol der Kette am Heiligtum wurde nach und nach erweitert: Die Kette, die die Gottesmutter in ihren Händen hält, wird nicht nur als Symbol der Erlösung und Befreiung vom Bösen, sondern auch im positiven Sinne als Symbol der Vereinigung mit Jesus gesehen.

 
Dipignano
 
Die Quadarari

Dipignano verdankt seinen Ruhm zu einem großen Teil der Kupferverarbeitung, die seit 1300 von den Meistern dieses Werkstoffs ausgeübt wurde. Die Quadarari oder Varbottari waren Wanderarbeiter und Freigeister, jedoch mehr aus der Not heraus als aufgrund ihres Naturells, die einen Großteil des Jahres fernab ihrer Heimat und ihrer Lieben verbrachten. Auf ihrer langen Wanderschaft kamen sie 1650 nach Ponti in die Provinz Alessandria, wo sie um politisches Asyl baten und von den Einwohnern und dem Feudalherren, dem Marchese del Carretto, herzlich empfangen wurden. Im Gegenzug bauten die Quadarari einen riesigen Kupferkessel, der für die erste kolossale Polenta diente. Zur Erinnerung an diese alte Freundschaft und zu Festigung hat die Stadt Dipingano im Mai 1965 mit dem Dorf Acquese im Rahmen einer feierlichen Zeremonie eine Städtepartnerschaft geschlossen.

 
Gastronomie

Die Tradition des guten Essens ist in dieser Stadt, in der die Kunst der Brotherstellung vorherrscht, sehr weit gediehen: Die Öfen von Dipignano sind bekannt für die Herstellung des klassischen Biskuits, jene von Tessano für das berühmte „mailla“-Brot und jene von Laurignano dafür, Brot bis nach Cosenza und in die umliegenden Dörfer zu exportieren.
Die Olivenhaine und einige sporadische Weinberge charakterisieren die kleineren Gemeinden, die sich dem Anbau und der Produktion von Öl und Wein widmen. Oberhalb von 700 m überwiegen Kastanienhaine, deren Früchte zu den größten Schätzen des Ortes zählen. Die typische Küche von Dipignano ist sehr üppig, sowohl was Vor- als auch was Hauptgänge und Desserts anbelangt.

 
Dipignano
 


 


Adresse Via XXIV Maggio
  87045 Dipignano (Cs)
Telefonnummer +39 0984 621006
Fax +39 0984 621348
Webseite http://www.comune.dipignano.cs.it/
 

 

Beachtlichen touristischen Interessens ist die Kirche von S. Nicola Blandifori, die sich in der Altstadt befindet und die größte Kirche Dipignanos ist. Das Innere basiert auf dem Grundriss einer Basilika mit drei Kirchenschiffen, die mit den majestätischen Linien und Bögen im Stile der Renaissance an die barocke Architektur erinnert. Die Fresken des Chors und des Chorraums gehen auf das Jahr 1863 zurück und stellen die Auseinandersetzung zwischen S. Nicola und Ario dar. Das wertvollste Werk ist zweifelsohne das Leinwandgemälde der Immacolata, das von Raffaele Aloisio im Jahr 1850 gemalt wurde. Die Kirche von S. Maria Assunta ist im gleichgenannten Viertel situiert. Der Bau befindet sich isoliert, am Ende einer engen und antiken Straße und ist von verstreuten Häusern umgeben. Im 1538 erscheint aufgrund finanzieller Angelegenheiten neben dem Namen der Kirche eine Persönlichkeit erheblicher Wichtigkeit im zeitgenössischen kulturellen Panorama: Bernardino Telesio. Das Innere der Kirche ist durch Kunstwerke beachtlichen Wertes bereichert. Zu diesen gehören das Gemälde der Assunta, nach dem Stil von Tiziano, das vielleicht auf das 18. Jahrhundert datierbar ist, eine Sacra Famiglia, eine dekorierte Orgel aus dem 18. Jahrhundert und ein beschädigtes Holzkruzifix mit einer starken Ausdrucksfähigkeit. Das Heiligtum oder Kloster des Ecce Homo ragt im Quartier Riforma empor, ein Ortsname, der auf den religiösen Orden der Padri Minori Riformati zurückgeht, die Gründer der Kultstätte waren. Zahlreich sind auch die Kunstwerke, die innerhalb der Stätte aufbewahrt werden: die bekannteste ist ohne Zweifel die Holzstatue, die den Ecce Homo darstellt, die zwischen dem 1622 und dem 1633 gemeißelt wurde und als wundertätig betrachtet wurde. Die Skulptur wird dem Bruder Umile von Petralia zugeschrieben, aber vielleicht gehört das Werk der Künste des Bruders Angelo da Pietrafitta an.



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