Santa Severina (KR)

Ort byzantinischer und normannischer Einflüsse

Santa Severina ist ein antikes mittelalterliches Dorf, das im Herzen der Provinz Crotone auf halbem Weg zwischen dem Ionischen Meer und dem Sila-Gebirge inmitten einer wunderschönen Hügellandschaft liegt, durch deren Gebiet der Fluss Neto fließt.
 
Das Dorf, das den Titel eines der schönsten Dörfer Italiens trägt, steht auf einem Tuffsteinausläufer mit Blick auf das Tal des Flusses Neto.
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Das historische Zentrum von Santa Severina zeigt auf bewundernswerte Weise den architektonischen Übergang von der normannischen zur byzantinischen Periode.
 

An bestimmten Tagen, wenn der Nebel das Tal bis zu seinem felsigen Sockel einhüllt, ähnelt der Ort in der Morgendämmerung einem großen Schiff aus Stein. Ganz in der Nähe der Stadt Crotone zeigt das historische Zentrum von Santa Severina, neben der restaurierten normannischen Burg und den unvermeidlichen byzantinischen Kirchen, den architektonischen Übergang von der normannischen zur byzantinischen Zeit. Santa Severina ist sicherlich eine der künstlerischen Perlen Kalabriens, Ziel vieler Touristen und geführter Besichtigungen, die jedes Jahr stattfinden.

 
Santa Severina
 

Die großen mediterranen und europäischen Zivilisationen drückten der Geschichte Santa Severinas ihren Stempel auf und hinterließen jeweils Spuren, Funde, Denkmäler, Güter, die heute in ihrer ganzen Schönheit bewundert werden können. Als uneinnehmbare natürliche Festung zeichnet sich die in erster Linie militärische Anlage von Santa Severina auch durch die zahlreichen Festungen aus, die mehrfach erweitert und militärtechnisch verändert wurden und die als Bindeglied zur majestätischen und imposanten Burg dienen.
Der Stadtteil Grecìa ist byzantinischen Ursprungs und aus städtebaulicher Sicht praktisch intakt; seine Häuser stehen alle auf dem felsigen Ausläufer, von dem aus sich das Panorama des Marchesato entfaltet. An Grecìa grenzt der Bezirk Iudea an, der bis zu ihrer Vertreibung im Jahr 1510 von Juden bewohnt wurde.

 
Santa Severina
 
Das Schloss von Santa Severina

Das unumstrittene Symbol des Dorfes ist die imposante Burg Santa Severina, die das Tal des Flusses Neto beherrscht und ein wichtiges archäologisches Museum beherbergt. Das auch als Castello Carafa bekannte Bauwerk stammt aus der Zeit Robert Guiscards und wurde später um eine Reihe unterirdischer Labyrinthe und Ställe erweitert. Im Inneren des Schlosses kann man noch die Reste mittelalterlicher Fresken und stuckverzierter Säle mit Barockgemälden von Francesco Giordano bewundern.
Es handelt sich um eines der komplexesten und schönsten militärischen Werke Kalabriens. Es besteht aus einem quadratischen Bergfried aus dem fünfzehnten Jahrhundert mit vier Ecktürmen, denen vier vorspringende Bastionen zugeordnet sind. Von mächtigen zinnenbewehrten Mauern umschlossen und auf drei Seiten von einem Graben umgeben, enthält es komplizierte unterirdische Labyrinthe und Ställe mit Resten mittelalterlicher Fresken. Prächtige Stuckverzierungen und Barockgemälde von Francesco Giordano schmücken die großen Säle der Festung.
Von dem 1535 erbauten Aussichtspunkt aus kann man die gesamte Markgrafschaft des Marchesato bis nach Crotone und zum Ionischen Meer hin bestaunen. Im Jahr 1905 wurde das Schloss von der Stadtverwaltung gekauft, die es vor kurzem in seinem ursprünglichen Glanz wiedererstehen ließ.

 
Santa Severina
 
Das historische Zentrum

Vom 9. bis zum 11. Jahrhundert erlebte die Stadt ihre Hochblüte. Das Baptisterium, die alte Kathedrale, die Kirche Santa Filomena und andere Ruinen, die über das ganze Gebiet verstreut liegen, sind die auffälligsten Zeugnisse der byzantinischen Zeit.
Die Kathedrale im Norden und die normannische Burg im Süden sind die beiden wichtigen architektonischen Strukturen des „Campo“, wie die Einwohner von Santa Severina ihre Piazza nennen, in Erinnerung an ihre militärische Nutzung als Paradeplatz.
Die zwischen 1274 und 1295 erbaute Kathedrale Santa Anastasia bewahrt noch das alte Spitzbogenportal, in dessen Mitte das bischöfliche Wappen erscheint, während der Rest der Fassade 1705 vollständig umgebaut wurde. Sie weist zudem einen imposanten Glockenturm mit quadratischem Grundriss auf, der über vier Ebenen reicht. Das Innere beherbergt die Fresken der Säulen, die die Kirchenschiffe stützen, und ein wunderschönes Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert.
Die Kathedrale mit ihrem Grundriss eines lateinischen Kreuzes mit drei Schiffen hat im Laufe ihrer Geschichte verschiedene Veränderungen erfahren, so dass von der antiken Struktur nur noch das Portal übrig geblieben ist. Eine weitere Inschrift weiht die Kirche der Heiligen Anastasia, der Schutzpatronin des Dorfes.
Ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert stammt die Kirche Sant'Antonio mit ihrem schönen Tuffsteinportal und im Inneren die kleine Gedächtniskapelle der Herzöge von Sculco sowie zwei Freskenzyklen, die das Leben des Heiligen Franz von Assisi und das des Heiligen Antonius von Padua darstellen.
Das kreisförmige und mit vier Erweiterungen versehene Baptisterium von Santa Severina ist der einzige byzantinische Überrest, der bis heute intakt geblieben ist. Die Bauweise dieses Juwels leitet sich von den übrigen Zentralbauten ab, die sich architektonisch an das römische Mausoleum von Santa Costanza anlehnen.
Die Chiesa dell'Addolorata, die auf die vornormannische Zeit zurückgeht, steht auf den Resten des alten Bischofssitzes und bewahrt zahlreiche Elemente der alten, 1036 geweihten Kathedrale. Das dreischiffige Innere, das im 17. Jahrhundert erbaut wurde, beherbergt einen schönen Barockaltar.
Die Kirche Santa Filomena, ein interessantes Beispiel byzantinisch-normannischer Architektur, ist ein Gebäude aus dem 11. Jahrhundert, das aus zwei auf rechteckigem Grundriss übereinander liegenden Kapellen mit einer kleinen, mit kleinen Säulen geschmückten Kuppel und zwei spitzbogigen normannischen Portalen besteht. Was einst die Kirche des Pozzoleo war, wurde restauriert und dient heute als Krypta der Heiligen Filomena. Sie enthielt ein schönes Weihwasserbecken aus Parischem Marmor, das sich derzeit im Diözesanmuseum befindet.

 
Santa Severina
 
Museen und Archive

Das Diözesanmuseum für Sakralkunst befindet sich im Erzbischöflichen Palast und ist eines der interessantesten Museen Kalabriens, und dort aufbewahrten Gegenstände ermöglichen es, die Bedeutung von Santa Severina als religiöses Zentrum in den verschiedenen historischen Momenten zu rekonstruieren.
Der Schatz der Kathedrale, bestehend aus Gewändern, sakralen Einrichtungen und kirchlichen Dokumenten, von denen die älteste eine päpstliche Bulle von Lucius III. aus dem Jahr 1184 ist, sowie ein wertvolles Gemälde im byzantinischen Stil aus dem 8. bis 9. Jahrhundert, das das Antlitz Christi darstellt.
Das Historische Diözesanarchiv und die Diözesanbibliothek sind nach wie vor im erzbischöflichen Palast untergebracht und bewahren ein unschätzbares Erbe für die Geschichte ganz Kalabriens. Das Archiv, ein ständiger Anlaufpunkt für Gelehrte, bewahrt Hunderte von Pergamenten und Manuskripten auf, die die Geschichte der byzantinischen Metropole und einzelner Pfarreien erzählen, während die Bibliothek hauptsächlich religiöses Material sammelt.
Das Archäologische Museum ist in einigen Räumen der Burg untergebracht und umfasst Exponate (Münzen, Bronzen, Keramiken), die es ermöglichen, die zentralen Ereignisse der Stadtgeschichte von den Normannen bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts zu rekonstruieren.

 
Santa Severina
 
Gastronomie

In Santa Severina können Sie „chjna“-Teigwaren oder gebackene mit Käse, Provola und lokaler Wurst gefüllte Rigatoni probieren. Ein weiteres typisches Produkt des Dorfes ist die Aranciàru, die charakteristische santaseverinische Orange, deren jahrhundertealte Geschichte sich der Besonderheit des Bodens verdankt, die ihr beispielhafte organoleptische Eigenschaften verleiht und sie zu einer begehrten Zutat auch in der Küche macht, sowie zu einem der bekanntesten kalabrischen Messeprodukte überhaupt.

 


 


Adresse Piazza Campo
  88832 Santa Severina (KR)
Telefonnummer 0962 51062
Fax 0962 553956
Webseite http://www.comune.santaseverina.kr.it
 

 

Dem inneren Tal des Flusses Neto entlang, kann man das Schloss von Santa Severina besichtigen; es handelt sich um ein komplexes und besterhaltenes Militärbau, bestehend aus einem quadratischem Bergfried des 15. Jahrhunderts, mit vier friderizianischen Rundtürme. Das mächtige Bauwerk geht auf die Epoche von Robert Guiskard zurück und wurde auf dem Kastron, eine byzantinische „Festungsstadt“, erbaut. Im Inneren befinden sich unterirdische Labyrinthe und Pferdeställe, mit Reste von mittelalterlichen Fresken, in den Hallen der Festung, dagegen, kann man Stucco Dekorationen und barocke Gemälde von Francesco Giordano besichtigen. Heute ist das Schloss der Sitz eines Museums. Die Belege der byzantinischen Vergangenheit, die die ganze Region charakterisiert hat, sind mehrere, u. z. im östlichen Teil des Borgo, befindet sich der Grecia-Viertel, hier ranken alle Häuser auf einem felsigem Sporn und ursprünglich war dieser Viertel hauptsächlich von Juden bewohnt, die hier Zuflucht fanden, nachdem sie, mit dem Edikt von Don Pedro di Toleda, 1510, aus dem Reich verjagt wurden; das Baptisterium, das im 8.-9. Jahrhundert erbaut wurde, ist das einzige in ganz Italien, das ein rundes Grundriss hat, mit vier Anbauten, und vier Maßwerkfenster an den Wänden; die Kathedrale Sant'Anastasia, die Schutzheilige des Dorfes, wurde von Ruggero Stefanuzia erbaut, zwischen 1247 und 1259, und am Anfang des Dorfes die zweistöckige Kirche Santa Filomena oder Pozzoleo, wo der oberste Stock an die Heilige Filomena gewidmet ist und der unterste an die Heilige Maria del Pozzo.

Als Beleg der byzantinischen Vergangenheit, die die ganze Region charakterisiert hat, befindet sich im östlichen Teil des Borgos, der Grecia-Viertel, hier ranken alle Häuser auf einem felsigem Sporn und ursprünglich war dieser Viertel hauptsächlich von Juden bewohnt, die hier Zuflucht fanden, nachdem sie, mit dem Edikt von Don Pedro di Toleda, in 1510, aus dem Reich verjagt wurden; die Kathedrale Sant'Anastasia, die die Schutzheilige des Dorfes ist, wurde von Ruggero Stefanuzia erbaut, zwischen 1247 und 1259, und am Anfang des Dorfes befindet sich die zweistöckige Kirche Santa Filomena oder Pozzoleo, wo der oberste Stock an die Heilige Filomena gewidmet ist und der unterste an die Heilige Maria del Pozzo. Das Baptisterium verdient eine separate Erwähnung, es lehnt sich an die Kathedrale an und es hat einen runden Grundriss mit vier Anbauten. Das Innere zeigt eine charakteristische Schirmkuppel, von acht Säulen gestützt, die alle aus alten Gebäuden der Gegend stammen. In der Mitte befindet sich ein Taufbecken, und an den Wänden kann man die Reste einiger byzantinischer Fresken besichtigen, die aus dem 10. – 11. Jahrhundert stammen. In jüngster Vergangenheit wurde im Baptisterium ein Sarkophag ausgestellt, das einen Krieger des sechzehntes Jahrhunderts darstellt. Von außen kann man die Struktur deutlich erkennen, u. z. einen runden Hauptteil, ein achteckiger Tambour und eine kleine runde Blendlaterne. Das, aus dem 8. Jahrhundert stammende, Baptisterium ist das wichtigste Beweisstück der byzantinischen Vergangenheit von Santa Severina.

Das Archäologische Museum von Santa Severina ist in zwei Abteilungen geteilt; hier befinden sich die Funde der Grabungen auf dem Bergfried, dem Schlossgelände und auf das Territorium von Santa Severina und andere naheliegende Ortschaften. Es gibt sehr interessante Funde, die aus der Eisenzeit bis zur klassischen Zeit stammen; es gibt auch Freskofragmente sowie Keramik- und Metallgegenstände aus der byzantinischen Zeit; Münzen, Tafelkeramiken und Speisekammer Utensilien aus der normannischen Epoche. Aus der Stauferzeit, aber vor allem aus der Anjouzeit, stammen einige Keramiken mit Ocker, Braune und Kupfer Verzierungen, auf weißem Hintergrund; aus den darauf folgenden Zeiträumen stammen Gegenstände aus Knochen, Glas und Metall, als auch alltägliche Gegenstände, sowie kleine Einrichtungsgegenstände. In der Abteilung, die an das Territorium von S. Severina gewidmet ist, sind Gegenstände aus der Bronzezeit ausgestellt. In der Ausstellung über Schlösse und Befestigungen, befindet sich eine Illustrierung der verschiedenen architektonischen Typologien der Schlösser, Küsten-Türmer und Befestigungen, die in Kalabrien zu finden sind, neben einer Dokumentation über die architektonische Evolution des Schlosses von Santa Severina. Das Diözesanmuseum der religiösen Kunst in Santa Severina, befindet sich in der ehemaligen Erzbischof-Residenz, mit einer Dauerausstellung namens „Luoghi, Oggetti e Documenti della Chiesa“. Es gibt Ausstellungstafeln und Sakralgegenstände, die aus der Kathedrale von Santa Severina stammen, eine Fachbibliothek und ein historisches Archiv des Diözesanes.



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